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Editorial: Österreich ist die neue Nummer 1 im Private Banking

Österreich ist die neue Nummer 1 im Private Banking. Gleich vier Anbieter aus der Alpenrepublik überzeugten im Markttest der Private Banking Prüfinstanz FUCHS | RICHTER mit sehr guten Leistungen im Beratungsgespräch, in der Vermögensstrategie, der Portfolioqualität und der Transparenz. Jahressieger ist zum zweiten Mal hintereinander das Salzburger Bankhaus Carl Spängler. Die Nummer 1 der Ewigen Bestenliste ist die Wiener Bank Gutmann.

Auf Rang drei folgt die DekaBank in Luxemburg, auf Platz vier schließlich die Weberbank in Berlin als beste Adresse aus Deutschland. Beide Institute kommen aus dem Großreich des Sparkassenverbundes. Rang fünf belegt die VP Bank aus Liechtenstein.

Neunmal „sehr gut"

Die weiteren Plätze mit einem Rating „Sehr gut" belegen die Capital Bank und das Bankhaus Krentschker aus Graz, die Merck Finck Privatbankiers aus München sowie der Vermögensverwalter Spiekermann aus Osnabrück. Alle neun zeichnen sich durch ausgewogen hochklassige Ergebnisse in den vier Wertungskategorien der Prüfinstanz aus.

Weitere 14 Anbieter schnitten mit einem Rating „Gut" ab, drei kamen auf ein „Befriedigend". Der Rest sortiert sich ein im „weiten Feld".

Gutmann Nummer 1 der Ewigen Bestenliste

Die Bank Gutmann führt jetzt auch die Ewige Bestenliste der Private Banking Prüfinstanz FUCHS | RICHTER an, die seit 2006 geführt wird. Hier wird ein Durchschnitt aus den Jahresergebnissen gebildet. Ihr folgt die DekaBank aus Luxemburg vor Feri aus Bad Homburg. Den vierten Rang belegt die Walser Privatbank, die im Jahresranking auf Rang 10 kam, Platz nimmt die LGT Bank aus Liechtenstein ein.

26 Anbieter mit Rating

Im Testfeld waren anfänglich 92 Adressen aus Deutschland, Österreich, der Schweiz, Liechtenstein und Luxemburg. 37 schafften die Qualifizierungshürde von 30 von 45 Punkten im Beratungsgespräch. 26 Anbieter erhielten ein Rating der Private Banking Prüfinstanz FUCHS | RICHTER.

Vier Wertungskategorien

Geprüft wurde in vier Wertungskategorien: im Beratungsgespräch mit 45%, die Vermögensstrategie mit 20%, die Portfolioqualität mit 15%, die Transparenz mit 20% Gewicht.

Die Transparenz beinhaltet eine Fragebogenauswertung u.a. zum zahlenmäßigen Verhältnis von Kunden zu Beratern, zum Dienstleistungsangebot, den die verwalteten Kundengelder (Assets under Management, AuM) und zur Preis- und Produktpolitik. Neu fließt das Abschneiden im Performance-Projekt der Prüfinstanz sowie die Vertrauenswürdigkeit der Häuser in die Transparenzwertung ein.

Nur Häuser, die bereits im Beratungsgespräch mindestens 30 von 45 möglichen Punkten erzielten, qualifizierten sich für die Endauswahl, bei der dann auch Vermögensstrategie und Portfolioqualität unter die Lupe genommen werden.

Hinweis: Die Ergebnisse der Vorrunde wurden bereits seit Juli in den Rating News auf fuchsbriefe.de veröffentlicht.

Deutsche Anbieter im Mittelfeld

Die deutschen Teilnehmer machen beinahe 50% des Testpools aus. Dennoch sind unter den neun mit "Sehr gut" bewerteten Häusern nur drei deutsche Anbieter zu finden: die Weberbank (4), Merck Finck Privatbankiers (8) und der Vermögensverwalter Spiekermann (9).

Triumph der Hidden Champions

Herausragende Leistungen sind in Deutschland seit einigen Jahren selten. Kleinere Häuser überzeugen am meisten und schneiden häufig besser ab als große Institute mit vielen Niederlassungen. Insgesamt ist es ein Triumph der Hidden Champions.

Von den größeren Instituten zeigen Sal. Oppenheim, M.M. Warburg & CO und die Hamburger Sparkasse die besten Ergebnisse. Die stark gewachsene Hamburger Privatbank Berenberg, die früher regelmäßig Top-Platzierungen erreichte, enttäuscht nicht zum ersten Mal bei Vermögensstrategie und Portfolioqualität.

Die Großbanken mit angeschlossenem Private Banking wie Deutsche Bank, Commerzbank und HypoVereinsbank kamen über die Qualifikationsrunde nicht hinaus.

Erfolgsrezept konsequente Kundenorientierung

Konsequente Kundenorientierung in allen Bereichen der Beratung ist der Hauptgrund für die herausragenden Ergebnisse der österreichischen Privatbanken. Der Kunde kann selbständig nachvollziehen, warum die Bank sein Vermögen genau wie vorgeschlagen anlegen will.

Kunde will Raus aus dem Euro

Im Vergleich dazu enttäuschen die oft international ausgerichteten Schweizer Adressen. Auf sie waren die Kundenanforderungen im Grunde zugeschnitten. Dieser überlegte, sich in absehbarer Zeit eine neue Heimat außerhalb des Euroraums zu suchen. Auch weil er dem Euro misstraut, will er künftig 75% seines Vermögens in anderen Währungen angelegt wissen und erbittet dazu Beratung. Ausgestattet mit einem vier Millionen Euro schweren Immobilienvermögen und weiteren vier Millionen liquiden Anlagemitteln kann er durchaus höhere Risiken nehmen, da er langfristig denkt und nicht auf Entnahmen angewiesen ist.

Schweiz hinkt bei Kundenorientierung hinterher

Die Schweizer Institute erbrachten zwar eine Reihe hervorragender Leistungen in der mündlichen Beratung. So wurde die Rothschild Bank aus Zürich zusammen mit Merck Finck & Co., Privatbankiers sowie SEB Private Banking für das Beste Beraterteam ausgezeichnet. Bank Julius Bär aus Zürich „baute" dem Kunden das beste Portfolio.

Doch regelmäßig hapert es an der wenig anlegergerechten schriftlichen Darlegung der Anlagevorschläge. Dort fehlen – abgesehen von Banken wie der innovativen Globalance Bank oder dem Vorreiter für den Schweizer Finanzplatz Julius Bär – regelmäßig zentrale Elemente wie ein Stresstest, und der Kunde kann gewöhnlich nicht erkennen, warum ausgerechnet das angebotene Portfolio für ihn das richtige sein soll.

Solcherart kundengerechte Ableitungen sind in den anderen Ländern längst Standard. Dort erhält der Kunde auch ein sorgfältiges Gesprächsprotokoll zur Prüfung, ob sich Vermögensberater und Kunde richtig verstanden haben, als Basis für den Anlagevorschlag.

Fazit: Die Qualitätsstandards sind hoch, und die Institute, die auch in Zukunft vorne mitspielen wollen, arbeiten konsequent an der Verbesserung ihrer Leistung – und zwar sowohl in der mündlichen Beratung als auch bei der anlegergerechten schriftlichen Präsentation der Vermögensstrategie. In diesem harten Wettbewerbsumfeld zu bestehen, wird insbesondere im Zusammenspiel mit den ab 2018 nochmals verschärften regulatorischen Anforderungen etlichen Instituten schwerfallen, meint

Ihr Ralf Vielhaber


Datum 05-12-2017

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