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Editorial: MiFid in der Praxis

Im Private Banking, der individuellen Betreuung vermögender Privatkunden, herrscht Unsicherheit. Wie soll man mit den neuen Regularien der Finanzauf- sicht umgehen? Zwar ist die europäische Finanzmarkt- regulative MiFid II beileibe nicht vom Himmel gefallen. Aber der Text lässt Interpretationsspielräume.

Wie umgehen mit der Aufzeichnungspflicht?

Die Anbieter müssen Beratungsgespräche aufzeichnen (Taping). Doch da fängt die Unsicherheit schon an: Soll das erste Telefonat mit einem Kunden bereits als Beratung gewertet werden?

Nur wenige Institute haben bisher die Entscheidung getroffen, grundsätzlich jedes Kundengespräch aufzuzeichnen. Damit kommen sie in eine Rechtfertigungssituation. Denn:

Nur 8% aller Institute haben bei einer Stichprobe der FUCHS | RICHTER Prüfinstanz auf die Aufzeichnung der Gespräche mit einem Erstkunden hingewiesen. Immerhin rund 70 Institute im In- und deutschsprachigen Ausland wurden diesbezüglich getestet. Wir gehen davon aus, dass nicht ohne das Wissen des Kunden mitgeschnitten wird.

Kunden werden darauf achten, ob sie auf die Aufzeichnung aufmerksam gemacht werden. In etlichen Fällen startet der Berater selbst die Band aufzeichnung – und muss Sie darauf hinweisen.

Aber es sind auch Kundenleitungen mit einer Aufzeichnungsautomatik versehen. Auch dann dürfen Sie einen klaren Hinweis erwarten.

Unsicherheit bei der transparenten Gebührendarstellung

Beim dezidierten Kostenausweis – eine weitere regulatorische Verpflichtung – hat sich ebenfalls noch kein Standard herausgebildet.

Unklar ist den Häusern offensichtlich, über welchen Zeitraum man die Ex ante-Kalkulation (Vorwegkalkulation) vornimmt. Und: Sind Bestandspflegezahlungen (die ausgeschüttet werden) von der Gesamtkostenquote TER abzuziehen?

Kunden werden erleben, dass Sie plötzlich mit bis zu 0,5% höheren Kosten als bisher konfrontiert werden. Denn die Kosten für einzelne Finanzprodukte wie Fonds müssen jetzt der Vermögensverwaltungsgebühr, die die Bank nimmt, aufgeschlagen werden.

Wir gehen davon aus, dass noch ein Jahr vergehen dürfte, bis hier Klarheit herrscht. Die Finanzdienstleistungsaufsicht BaFin ist selbst gefordert, klarere Durchführungsvorgaben zu machen.

 Fazit: Das letzte Wort werden wie so häufig die Gerichte haben, meint

Ihr Ralf Vielhaber


Datum 02-05-2018

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